CD108 Drachen und Vipern

Kommentare (5)

Test

.. klappt es jetzt? Irgendwie kann ich vom Desktop hier nicht kommentieren... Adblock / Script blocking Probleme? Man weiß es nicht..

der anon

Hi, Ich mag den Podcast, habe euch so 2018/19 entdeckt, mittlerweile aber auch rückwirkend fast alle Folgen gehört. Sehr schön, bereitet mir Freude. Großes Lob an dieser Stelle. Danke für den Aufwand. Ich wollte an dieser Stelle auch mal ein paar Worte zum Thema Open Source in der Raumfahrt-(Elektronik)-Entwicklung sagen, im speziellen FPGA Entwicklung. Die Landschaft in der FPGA-Entwicklung ist hauptsächlich durch eine Hand voll großer Namen geprägt. Dies ist teilweise dadurch bedingt, dass man für die Verwendung bestimmter FPGAs auf die Hersteller Tools angewiesen ist und so nicht nur die Hardware eines Herstellers kauft, sondern sich damit auch in das entsprechende Tool Ecosystem einkauft. Die Hersteller können es sich halt erlauben ihre Schnittstellen nicht zu öffnen. Die Entwickler-Communities sind wohl deutlich kleiner als in klassischer Softwareentwicklung, so ist es schwerer, dass Open Source Projekte und Tools entstehen, welche so richtig Fahrt aufnehmen und in irgendeiner Art und Weise die Geschäftsstrategie der großen Hersteller beeinflussen könnten. Leider sind die Tools der großen Hersteller auch nicht immer das goldene vom Ei. Da zahlt man teilweise sehr hohe Lizenzkosten und die Tools stürzen mit unbrauchbaren Fehlermeldungen ab. Teilweise lassen sich diese Programme auch unter Linux verwenden, benötigen dann aber teilweise uralte Libraries oder sind nur auf annähernd bereits in den Ruhestand geschickten Distributions-Versionen offiziell unterstützt. Es gibt allerdings auch kleine Lichtblicke. Als der Teil der FPGA Verifikation wird zum Beispiel UVVM eingesetzt, dies ist ein Open Source vhdl Verifikationsframework, welches sogar von der ESA befürwortet wird. Die ESA hat hier auch die Entwicklung einiger Komponenten finanziert. Ich für meine Teil versuche im Berufsalltag so viel wie möglich von offener Software Gebrauch zu machen und die entsprechenden Projekte auch durch Bugreporting zu unterstützen. Mal von der kleinere Entwickler Community im FPGA Bereich und den hardwarespezifischen Tools abgesehen, gibt es im Bereich Raumfahrt noch zwei andere (viel schwerwiegendere) Punkte, welche den Einsatz von Open Source erschweren: Zertifizierte Entwicklungsprozesse und Heritage. Wenn man viel Geld für eine Tool Lizenz bezahlt ärgert man sich als Entwickler ggf. über nicht hilfreiche Fehlermeldungen und grafische Oberflächen mit der Nützlichkeit von Windows 95. Dafür ist allerdings versichert, dass das Tool nach Norm xyz entwickelt und getestet wurde. Das ist wichtig, weil man im Bereich Raumfahrt sicherlich im Vertrag mit dem Kunden stehen hat, dass man selber nur Tools nach Norm xyz in seinen Prozessen verwendet. Der gesamte Entwicklungsprozess ist auf Zuverlässigkeit getrimmt und dies bedeutet halt auch einen Haufen Normen und jede Menge Zertifizierung. Aus diesem Grund zieht man auch alle Register, um noch ein wenig mehr Performance aus ziemlich alten Bausteinen zu kitzeln. Diese alten Dinger sind schon zertifiziert und haben ggf. schon etliche Flugstunden. Man hat halt bereits viel Erfahrung damit (Heritage). Technikbausteine oder Software zu zertifizieren ist in dieser Branche ein teures Unterfangen. Diese Thematik beißt sich leider teilweise mit der doch eher unzuverlässigen, unvorhersehbaren und teilweise undokumentierten Entwicklung von Open Source Technik. Es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass die kommerziellen Tools in diesem Bereich alle schlecht sind, auf keinen Fall, die leisten schon viel. Nach meinem Empfinden ruhen sich leider allerdings einige Hersteller, gerade im Bereich Software, etwas auf dieser tief in der Branche verankerten Struktur aus. Viele Grüße Ein treuer Hörer

Harald

OT: https://www.duden.de/rechtschreibung/Kommentar ;-)

Hori

Tolle Episode. Aber wo ist Mitternacht bei einen Schwarzen Loch? Ein bischen seid ihr ja von den Ereignissen überholt worden. Zum Starship möcht ich sagen das SN 8 zu gut funktioniert hat, und mehr mit den gegewärtigen Raptortriebwerken nicht drin war bzw. so kleine details wie die Treibstoffzuführung zuverlässig _sofort_ bei unruhigen manövern zu gewährleitsten schlecht zu testen sind (Ob die NASA in den 50ziger eine Schaukel dafür gebaut hätte ?) Die NASA jedenfalls hat Ihren neuen Chef eine schoene Überaschung gemacht. Die haben bestimmt mehr Einblicke als wir und finden das Programm förderungswürdig (ok, klassisch der lowest bider). Wobei ich denke, wenn die den Booster zuerst gebaut hätten und eine klassische 2 Stufe ohne Wiederkehr (also in einen Stück) könnten die schon im Orbit sein, mit ach und krach. Ja ja, es gibt noch einen Startplatz, aber ich meine von der Zuverlässigkeit zumindest von 4 Raptoren wäre es soweit. und am Anfang geht es auch ohne Vakumoptimierung. Und mit mehr Marge und weniger Nutzlast. Das ganze Theater um SLS erinnert mich an des Kaiser neue Kleider, bin mal gespannt wer das Kind ist das ruft das das zu teuer ist. Wohl erst wenn Alternativen dazu wirklich fliegen. zu der ganzen NASA - ESA diskussion, ich hätte bitte gern deren Fokus auf die Forschung und nicht Raketen bauen. Da kann von mir aus eine andere Industrieförderung greifen. Mir fällt aber nicht ein wie wir aus den Georeturn herauskommen. Für Forschung ist das toll aber für Rakentenbauen ist das unser Kaisers neue kleider. Frank ruft ja schon ... viele Grusse, Holger

Harald

Aktuelles Beispiel zum Thema "Open Source in der Raumfahrt" - Ingenuity läuft unter Linux und nutzt das von der NASA speziell für kleinere Raumfahrzeuge entwickelte Framework "F Prime", dessen Quellcode der Allgemeinheit zur Verfügung steht: https://nasa.github.io/fprime/ Damit ist der Mars der zweite Planet im Sonnensystem, auf dem mehr Computer mit Linux als Windows laufen (Zitat aus diversen Twittereinträgen und Blogs) ;-) . Und ich bilde mir ein, mal gehört oder gelesen zu haben, daß die Notebooks auf der ISS unter Debian laufen.

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